Petrischale im Labor

Infektionsschutz und Hygiene

Modul 6 des Medienpakets „Pausenlos gesund“

Datum

Um sich aktiv um die eigene Gesundheit kümmern zu können, muss man wissen, welche Einflüsse im eigenen Umfeld die Gesundheit beeinträchtigen. Dazu gehört auch die Übertragung von Krankheiten. In diesem Modul erfahren Schülerinnen und Schüler, wie sie sich vor Infektionen unter anderem mit Hygienemaßnahmen schützen können.

Video: So funktioniert unser Immunsystem

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Das Immunsystem ist das Abwehrsystem des menschlichen Körpers. Es schützt ihn vor fremden Stoffen und Krankheitserregern. 

Unser Körper hat einen angeborenen Schutzschild, der von Geburt an aktiv ist. Und einen erworbenen Schutzschild, das sich erst im Laufe des Lebens entwickelt.

Die erste Schutzbarriere des angeborenen Immunsystems ist die Haut. Sie verhindert, dass krankmachende Bakterien und Viren in den Körper eindringen. Weitere Schutzbarrieren des Körpers befinden sich aber auch in den Atemwegen oder in Magen und Darm.

Wenn etwa über eine Wunde fremde Stoffe oder Krankheitserreger in unseren Körper gelangen, wird der angeborene Schutzschild aktiv. Stark vereinfacht funktioniert es so: Überall in unserem Körper befinden sich Abwehrzellen. Sie können Krankheitserreger erkennen und spezielle Signalstoffe abgeben, welche die Erreger bekämpfen oder markieren und andere Abwehrzellen zu Hilfe holen. Diese können den Erreger beseitigen, indem sie ihn beispielsweise auffressen. Aus den Bausteinen des verdauten Erregers erstellen diese Fresszellen eine Art „Fahndungsfoto".  Eine Sicherheitsmaßnahme! 

Falls die Abwehrzellen des angeborenen Schutzschildes die Erreger nicht bezwingen können, wird mit dem Fahndungsfoto der erworbene Schutzschild aktiviert. Nach einigen Tagen bildet der erworbene Schutzschild spezielle Abwehrkräfte aus: B-Zellen und T-Zellen, welche die Erreger punktgenau bekämpfen können. T-Zellen können den Erreger zerstören. B-Zellen bilden Antikörper. Diese sind sehr genau auf den jeweiligen Erreger abgestimmt. Sie können ihn binden und unschädlich machen. Zusätzlich motivieren sie die Abwehrzellen des angeborenen Schutzschildes zur weiteren Bekämpfung.

Der wichtigste Vorteil des erworbenen Schutzschildes ist sein Gedächtnis! Sobald es einen bestimmten Erreger kennengelernt hat, merkt es sich diesen. Wenn dieser Erreger später erneut in den Körper eindringt, müssen die B-Zellen und T-Zellen nicht erst ausgebildet werden, sondern können direkt zuschlagen. 

Beseitigen können sie den Erreger allerdings nicht. Das übernehmen die Zellen des angeborenen Schutzschildes. So bilden der angeborene und der erworbene Schutzschild eine Einheit - unser Immunsystem.

Wissen ist gesund.

Die Inhalte im Überblick

Die Schülerinnen und Schüler lernen Bakterien, Viren und Pilze kennen und entdecken, dass diese sie umgeben. Anschließend setzen sie sich mit Keimen auseinander und finden heraus, dass Keime natürlich und überall vorhanden sind.

Mit dieser Grundlage starten sie ins Thema Abwehrsystem des Menschen. Sie benennen die Funktionsweisen der körpereigenen Abwehr und lernen Barrieren des Körpers gegen Krankheitserreger kennen. Neben der körpereigenen Abwehr spielt das Impfen eine wichtige Rolle. Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Bedeutung des Impfens am Beispiel Keuchhusten, um verantwortungsbewusste Entscheidungen über eigene Impfungen treffen zu können.

Das Medienpaket zum Thema „Infektionsschutz und Hygiene" gliedert sich in sieben Teile:

1. Bakterien, Viren und Pilze

Fächer: Biologie, Chemie, Gesundheit und Ernährung, Hauswirtschaft

Unterrichtsstunden: Das Modul ist auf eine Unterrichtsstunde angelegt.

Arbeitsblätter: Ein Arbeitsblatt zum Thema „Bakterien, Viren und Pilze"

Lernziele:

  • Die Schüler und Schülerinnen benennen Eigenschaften von Bakterien, Viren und Pilzen (Wissen).
  • Sie erstellen ein Porträt der Erreger (Verständnis).
  • Sie präsentieren ihre Ergebnisse in Gruppen (Anwendung).
2. Keime im Alltag

Fächer: Biologie, Chemie, Gesundheit und Ernährung, Hauswirtschaft

Unterrichtsstunden: Das Modul ist auf zwei Unterrichtsstunden und vier bis sieben Tage Beobachtung angelegt.

Arbeitsblätter: Ein Arbeitsblatt zum Thema „Experiment: Keime im Alltag"

Lernziele:

  • Die Schülerinnen und Schüler planen und führen selbstständig ein Experiment durch (Anwendung).
  • Sie erkennen, dass Keime etwas Natürliches und überall vorhanden sind – auch auf der Haut, zum Beispiel an den Händen (Verständnis).
3. Das Abwehrsystem des Menschen – die angeborene Abwehr

Fächer: Biologie

Unterrichtsstunden: Das Modul ist auf eine Unterrichtsstunde angelegt.

Arbeitsblätter: Ein Arbeitsblatt zum Thema „Das Abwehrsystem des Menschen – die angeborene Abwehr"

Lernziele:

  • Die Schülerinnen und Schüler benennen Funktionsweisen der körpereigenen, angeborenen Abwehr (Wissen).

Sie lernen die natürlichen Barrieren des Körpers gegen Krankheitserreger kennen (Wissen).

4. Das Abwehrsystem des Menschen – die erworbene Abwehr

Fächer: Biologie

Unterrichtsstunden: Das Modul ist auf eine Unterrichtsstunde angelegt.

Arbeitsblätter: Zwei Arbeitsblätter zum Thema „Das Abwehrsystem des Menschen – die erworbene Abwehr"

Lernziele:

  • Die Schülerinnen und Schüler definieren Begriffe zu den Grundlagen über das angeborene und erworbene Abwehrsystem des Menschen (Verständnis).
  • Sie stellen die Reaktion des Immunsystems kreativ dar (Verständnis).

Sie erstellen ein Schaubild zur körpereigenen Abwehr (Anwendung).

5. Impfen schützt vor ansteckenden Krankheiten – nicht nur dich selbst

Fächer: Arbeitslehre, Biologie, Chemie, Ethik, Geschichte, Gemeinschaftskunde, Gesellschaftslehre, Gesundheit und Ernährung, Hauswirtschaft, Verbraucherbildung, Wirtschaft

Unterrichtsstunden: Das Modul ist auf eine Unterrichtsstunde angelegt.

Arbeitsblätter: Ein Arbeitsblatt zum Thema „Impfen schützt vor ansteckenden Krankheiten – nicht nur dich selbst"

Lernziele:

  • Die Schülerinnen und Schüler analysieren die registrierten Keuchhusten-Erkrankungen (Analyse).
  • Sie setzen eine Statistik zum Verlauf der registrierten Erkrankungen in Beziehung zu einem Infotext über die Übertragung von Infektionskrankheiten und die Bedeutung des Impfens (Synthese).
  • Sie erläutern den Begriff der „Herdenimmunität“ (Synthese).

Sie setzen sich anhand eines Impfkalenders damit auseinander, welche Auffrischungs- und Nachholimpfungen bei ihnen in nächster Zeit anstehen (Anwendung auf die eigene Lebenswelt).

6. Rollenspiel: Wie schütze ich mich vor Infektionen?

Fächer: Arbeitslehre, Biologie, Chemie, Ethik, Geschichte, Gemeinschaftskunde, Gesellschaftslehre, Gesundheit und Ernährung, Hauswirtschaft, Verbraucherbildung, Wirtschaft

Unterrichtsstunden: Das Modul ist auf eine Unterrichtsstunde mit Ergebniskontrolle zu Beginn der Folgestunde angelegt.

Arbeitsblätter: Ein Arbeitsblatt zum Rollenspiel: „Wie schütze ich mich vor Infektionen?"

Lernziele:

  • Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten ein soziales Verhalten in Bezug auf ansteckende Krankheiten (Anwendung).
  • Sie ermitteln, wie sie sich vor Infektionskrankheiten schützen können (Anwendung).
  • Sie finden heraus, wie sie auf Hygiene achten können, aber auch, dass übertriebene Hygiene krank machen kann (Anwendung).
  • Sie diskutieren ihre Erkenntnisse zum Infektionsschutz im Plenum (Analyse) und nehmen Stellung (Bewertung).

Sie konzipieren Kurzfilme zu Hygienemaßnahmen, um ihr Wissen weiterzugeben (Anwendung bzw. Vertiefung).

7. Projektarbeit „Infostand: Infektionsschutz und Hygiene“

Fächer: Fächerübergreifende Projektarbeit, Biologie (schwerpunktmäßig), Geschichte

Unterrichtsstunden: Das Modul ist auf zwei Unterrichtsstunden plus eine große Pause angelegt.

Arbeitsblätter: Ein Arbeitsblatt zur Projektarbeit „Infostand: Infektionsschutz und Hygiene“

Lernziele:

  • Die Schülerinnen und Schüler skizzieren Steckbriefe von historischen Persönlichkeiten, die sich rund um das Thema Infektionsschutz und Hygiene besonders hervorgetan haben (Wissen).
  • Sie präsentieren die Standpunkte der Persönlichkeiten (Verständnis) und erarbeiten Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Positionen der dargestellten Personen (Anwendung).
  • Sie planen und führen weitgehend eigenständig einen Infostand zum Thema durch (Anwendung).

Sie analysieren, ziehen Schlüsse und evaluieren ihre Projektergebnisse in der Gruppe (Analyse, Synthese, Bewertung).

Download:

Video: Wie funktioniert eine Impfung?

Video als Text

Krankheitserreger können gefährliche Erkrankungen auslösen. Doch viele früher gefürchtete Krankheiten stellen Dank Schutzimpfung heute keine Bedrohung mehr dar. Doch was passiert überhaupt bei einer Impfung?

Dazu muss man wissen, wie das Immunsystem funktioniert. Sind Krankheitserreger in den Körper eingedrungen, werden sie von bestimmten Zellen unseres Immunsystems angegriffen. Diese müssen aber zunächst einmal herausfinden, was gegen die Eindringlinge hilft. Das Gute: Das Immunsystem hat ein Gedächtnis. Nach jedem Erstkontakt bildet das Immunsystem einen Vorrat an Antikörpern aus, so dass es beim nächsten mal viel schneller und gezielter auf den Erreger reagieren kann.

Dieses Vorgehen macht man sich auch beim Impfen zunutze. So enthält der Impfstoff einige Krankheitserreger zum Üben, damit das Immunsystem die dazugehörigen Antikörper bilden kann. Dringen echte Erreger in den Körper ein, ist das Immunsystem gut auf diese vorbereitet.

Die bei der Impfung verwendeten Krankheitserreger sind dabei so abgeschwächt, dass man durch sie nicht krank wird. Manchmal muss eine Impfung in mehreren Teilen verabreicht werden. Das liegt daran, dass zunächst nur eine schwache Immunisierung erreicht wird, die erst nach mehreren Teilimpfungen lange schützt. Manche Impfungen müssen nach einiger Zeit aufgefrischt werden damit der Körper immun bleibt.

Es gibt verschiedene Arten der Impfung. Die üblichen Schutzimpfungen sind aktive Impfungen. Dabei werden Krankheitserreger gespritzt, die lebendig, aber abgeschwächt sind, oder bereits tot, damit sie sich nicht mehr vermehren können. Ein Lebendimpfstoff kommt zum Beispiel gegen Masern, Mumps oder Windpocken zum Einsatz. Totimpfstoffe werden etwa gegen Keuchhusten, Kinderlähmung oder Grippe verwendet.

In seltenen Fällen wird eine passive Impfung verabreicht, nämlich wenn der Körper bereits durch einen gefährlichen Erreger infiziert ist. Etwa bei Tollwut durch einen Hundebiss. Bei einer passiven Impfung werden direkt Antikörper gespritzt, sodass das Immunsystem die Erreger nicht selbst bekämpfen muss. Diese Impfung wirkt schnell, hält aber nicht lange an, da das Immunsystem in diesem Fall kein Gedächtnis ausbildet.

Wissen ist gesund!

Vertretungsstunden leicht gemacht

Lehrkräfte erkranken oder sind verhindert - Vertretungsstunden lassen sich oft nur sehr kurzfristig planen. Für solche Fälle hat die Stiftung Gesundheitswissen Materialien aus ihrem Medienpaket „Pausenlos gesund“ zusammengestellt, die sich ideal in 45 oder 90 Minuten bearbeiten lassen. Passend zum Modul „Infektionsschutz und Hygiene" finden Sie hier die Vertretungsstunde:

Bakterien, Viren und Pilze

Fächer: Biologie, Chemie, Gesundheit und Ernährung, Hauswirtschaft

Lernziele

  • Die Schüler und Schülerinnen benennen Eigenschaften von Bakterien, Viren und Pilzen (Wissen).
  • Sie erstellen ein Porträt der Erreger (Verständnis).
  • Sie präsentieren ihre Ergebnisse in Gruppen (Anwendung).

Benötigte Materialien
Kopien des Arbeitsblatts in Anzahl der Schüler und Schülerinnen, Internetzugang

Diese Vertretungsstunde ist Teil des Moduls „Infektionsschutz und Hygiene“ 

45 Min

Gesunde Runde

Wie wird eigentlich das Gesundheitssystem finanziert? Wo findet man verlässliches Gesundheitswissen? Und wie lange sollte man sich die Hände waschen? Die Antworten auf diese und weitere Fragen ermitteln Sie spielend in der Gesunden Runde.

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