Schüler experimentieren

Gesundheitsinformationen auf der Spur – wissenschaftliche Erkenntnisse verstehen und anwenden

Wir leben in einer Gesellschaft, die zunehmend durch Wissenschaft geprägt ist. So begegnen uns überall im Alltag Erkenntnisse, die durch wissenschaftliche Forschung entstehen, z. B. in Technik und Medizin. Dazu gehören auch Gesundheitsinformationen. Gerade für unsere Gesundheit ist es wichtig, dass wir in der Lage sind, entsprechende Forschungsergebnisse richtig zu verstehen und zu bewerten, um fundierte Entscheidungen für die eigene Gesundheit treffen zu können. Die Initiative „Pausenlos gesund“ stellt kostenlose Unterrichtsmaterialien bereit, die ein Verständnis für den wissenschaftlichen Erkenntnisprozess fördern und dabei einen reflektieren Umgang mit Gesundheitsinformationen stärken.

Alltag trifft Forschung: Wie Wissenschaft unser Leben und unsere Gesundheit prägt

Erkenntnisse aus wissenschaftlicher Forschung bilden die Basis für viele Bereiche unseres modernen gesellschaftlichen Lebens. Sie werden für wichtige Entscheidungen in der Wirtschaft herangezogen, für die Entwicklung von Wirkstoffen oder Behandlungen in der Medizin genutzt oder bilden die Grundlage für politische Maßnahmen. In unserer sogenannten Wissensgesellschaft basieren auch viele unserer persönlichen Entscheidungen, die mitunter unsere eigene Gesundheit betreffen, auf Resultaten der Wissenschaft und den Erkenntnissen, die wir daraus gewinnen. Um am Fortschritt der Wissenschaft teilzuhaben, bedarf es einiger Grundkompetenzen, mit deren Hilfe wir uns eigenständig, kritisch und reflektiert mit Gesundheitsinformationen auseinandersetzen sollten. Erst dann werden wir wissenschaftliche Erkenntnisse in Bezug auf unsere Gesundheit gezielt anwenden können.

Was hat Wissenschaftskompetenz mit Gesundheitskompetenz zu tun?

Unter dem Begriff Wissenschaftskompetenz werden Kenntnisse und Fähigkeiten zusammengefasst, die nicht nur ein Verständnis für das Wissenschaftssystem und den wissenschaftlichen Erkenntnisprozess, sondern auch eine kritische Bewertung der Vertrauenswürdigkeit von wissenschaftlichen Erkenntnissen ermöglichen. Wissenschaftskompetenz wird als Bestandteil von Gesundheitskompetenz verstanden, die wiederum als Fähigkeit beschrieben wird, gesundheitsbezogene Informationen zu finden, zu verstehen, einzuschätzen und zu nutzen. Damit kann man in gesundheitlichen Belangen informiert handeln. Ein Verständnis wissenschaftlicher Grundlagen, Konzepte und Prozesse ist für einen reflektierten Umgang mit Gesundheitsinformationen sowie eine informierte Entscheidungsfindung also von entscheidender Bedeutung.

Wissenschaft will’s wissen – Erkenntnisgewinn in der wissenschaftlichen Forschung

Eine frühzeitige und fächerübergreifende Einbindung von Wissenschaftskompetenz in den (naturwissenschaftlichen) Unterricht versetzt Lernende in die Lage, informierte Entscheidungen aus Gesundheitsinformationen abzuleiten. Wissenschaftskompetenz und die damit verbundenen Grundkompetenzen sind ein zentraler Bestandteil der Lehrpläne in der Sekundarstufe I. 

Als Teilkompetenz spielt insbesondere der Kompetenzbereich Erkenntnisgewinnung eine entscheidende Rolle bei der Förderung von Wissenschaftskompetenz in der Schule. Die  Erkenntnisgewinnungskompetenz zeigt sich wiederum in der Fähigkeit, naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen zu beschreiben, zu erklären sowie Möglichkeiten und Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung zu reflektieren. Im Mittelpunkt dessen steht der sogenannte Forschungsprozess. Schülerinnen und Schüler sollten die verschiedenen Phasen des Forschungsprozesses kennenlernen. Dies versetzt sie nicht nur in die Lage, die Aussagekraft, sondern auch die Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit von wissenschaftlichen Erkenntnissen anhand des Vorgehens der Forschenden in den einzelnen Phasen des Forschungsprozesses zu bewerten.
 

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Der Forschungsprozess

Die Lehr- und Lernmaterialien von „Pausenlos gesund“ vermitteln die Grundprinzipien des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns, denn sie regen die Lernenden dazu an, den Forschungsprozess nachzuvollziehen und zentrale Merkmale wissenschaftlicher Forschung zu erfassen.

Literatur

Döring N. Forschungsmethoden und Evaluation in den Sozial- und Humanwissenschaften. 6., vollständig überarbeitete, aktualisierte und erweiterte Aufl. Berlin, Heidelberg: Springer; 2023.

Dratva J, Schaeffer D, Zeeb H. Digitale Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland: Aktueller Stand, Konzepte und Herausforderungen. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 2024; 67(3):277–84. doi: 10.1007/s00103-024-03841-5.

Kultusministerkonferenz. Empfehlung der Kultusministerkonferenz zur Stärkung der mathematisch-informatisch-naturwissenschaftlich-technischen Bildung; 2024. Verfügbar unter: https://www.kmk.org/fileadmin/pdf/PresseUndAktuelles/2024/2024_06_13-MINT-Empfehlung.pdf [28.03.2025].

Kultusministerkonferenz. Weiterentwickelte Bildungsstandards in den Naturwissenschaften für das Fach Biologie (MSA): (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 16.12.2004 i. d. F. vom 13.06.2024); 2024.

Sørensen K, van den Broucke S, Fullam J, Doyle G, Pelikan J, Slonska Z et al. Health literacy and public health: A systematic review and integration of definitions and models. BMC Public Health 2012; 12:80. doi: 10.1186/1471-2458-12-80.

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